Anlässlich des bundesweiten Sehbehindertentags beteiligte sich der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) gemeinsam mit dem Runden Tisch Inklusion und dem Haus der Begegnungen an einer besonderen Aktion in Schwabach.
Der Runde Tisch Inklusion versteht sich als offenes Netzwerk, das lokale Begegnungen, Vernetzungen und Kooperationen fördert. Im Rahmen eines der regelmäßigen Treffen entstand die Idee, sich gemeinsam am bundesweiten Sehbehindertentag zu beteiligen.
Der Aktionstag wurde 1998 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen ins Leben gerufen und findet jedes Jahr rund um den 6. Juni unter einem wechselnden Schwerpunktthema statt. Nach Hochrechnungen auf Grundlage von Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben in Deutschland mehr als eine Million Menschen mit einer Sehbehinderung.
Im Jahr 2026 stand das Thema „Kochen mit Sehbehinderung“ im Mittelpunkt. Ziel war es, darauf aufmerksam zu machen, dass selbstständiges Kochen auch mit einer Seheinschränkung möglich ist. Während viele Menschen nach einem Sehverlust den Zugang zum Kochen verlieren oder gar nicht erst an diese Tätigkeit herangeführt werden, zeigen zahlreiche Hilfsmittel und Techniken, dass ein selbstbestimmter Umgang in der Küche durchaus gelingen kann.
In der Küche des Hauses der Begegnungen hatten Betroffene die Möglichkeit, verschiedene Hilfsmittel kennenzulernen und unter fachkundiger Anleitung praktische Schneidetechniken selbst auszuprobieren.
Auch Rezarta Reimann, Leiterin des Hauses der Begegnungen, nahm an der Veranstaltung teil. „Ich konnte selbst – auch wenn ich nicht direkt betroffen bin – einige wertvolle Tipps mitnehmen, wie wir Menschen mit Sehbehinderung besser unterstützen können. Gerne möchten wir diese Kooperation weiterführen und laden dazu ein, auch künftig Begegnungen dieser Art im Haus der Begegnungen zu gestalten“, so Reimann.
Für sehende Begleitpersonen bot die Veranstaltung ebenfalls interessante Einblicke. Sie erfuhren, wie wichtig gute Kontraste im Alltag sein können und wie diese die Orientierung erleichtern. Darüber hinaus vermittelten spezielle Bilder, die verschiedene Sehbeeinträchtigungen simulierten, einen Eindruck davon, wie Menschen mit bestimmten Augenerkrankungen ihre Umgebung wahrnehmen. Dabei wurde deutlich, dass Brillen oder operative Eingriffe die Sehfähigkeit nicht in allen Fällen wiederherstellen können.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie durch Information, Austausch und praktische Erfahrungen Verständnis geschaffen und gesellschaftliche Teilhabe gestärkt werden kann.




